Unteraargletscher – Grimselsee

aargletscher

Übersichtskarte zum Abschnitt Unteraargletscher-Grimselsee

hauptgletschertor_aare-quelle_unteraargletscher_september-2015

Hier beginnt sie also, die Aare! Auf knapp 2000 Metern Höhe entströmt sie als stattlicher Schmelzwasserbach dem Gletschertor des Unteraargletschers

aargletscher

Der Unteraargletscher ist mit einer Länge von knapp 12 Kilometern und einer Fläche von 22,5 km² der fünftgrösste Alpengletscher. Sein Nährgebiet reicht bis zum Gipfel des 4274 Meter hohen Finsteraarhorn, dem höchsten Punkt im Einzugsgebiet des Rheins.

gletschervorfeld_unteraargletscher_schutthalden

Bedeckt von Schotter und Trümmern, unterscheidet sich der Eisriese kaum von den Schutthalden, die er selber im Zungenbereich auftürmt

Das Nährgebiet des Gletschers wird von etlichen steilen Bergflanken gesäumt. Dort ist die Gebirgsverwitterung intensiv, da es keine schützende Eisschicht gibt. Herabfallende Trümmer werden von den Seitenmoränen aufgenommen und anschliessend über den ganzen Gletscher verteilt.

gletschereis_unteraargletscher_schutt

Nur gelegentlich blitzt etwas Eis unter dem grauen Mantel hervor. Bis auf das Rauschen von Wind und Wasser gibt es kaum Geräusche…

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

…nur ab und zu wird die Stille von herabfallenden Trümmern unterbrochen, die von der Moräne in unermüdlicher Arbeit herangeführt werden

Im Reich der Elemente

gletschervorfeld_unteraargletscher_schutthalden2

Die auf dem Gletscher liegenden Schuttmassen wirken wie eine schützende Decke vor der Sonneneinstralung. Dies ist mit ein Grund, wieso der Unteraargletscher auch in 50 Jahren – trotz des Klimawandels – noch nicht komplett verschwunden sein wird

gletschervorfeld_unteraargletscher_aare

Wo es kaum noch Leben gibt, gestalten Wasser und Eis die Gebirgslandschaft

Oft als unansehnlich beschrieben, wartet der Unteraargletscher mit einer schier endlosen Vielfalt an Eindrücken auf. Als Mensch verliert man sich in dieser gewaltigen Landschaft aus Eis und Trümmern, die in ihrer Gestalt oft an einen anderen Planeten erinnert.

eisbrücke_unteraargletscher_gerölle

An dieser Stelle lief wahrscheinlich ein Schmelzwassersee aus, der vor einigen Jahren auf der Gletscheroberfläche entstanden war. Die hier gezeigte Eisbrücke besteht nur noch aus einer Toteismasse

eis_unteraargletscher

Damit ein Meter Eis entstehen kann, braucht es etwa 10 Meter Schnee. Durch den hohen Druck wird praktisch sämtliche Luft aus dem Eis gepresst, weshalb dieses bläulich im Licht schimmert

granate_unteraargletscher

Blindgänger tauchen auf und vor Gletschern relativ häufig auf

Vom Ursprung der Aare

Auch wenn gelegentlich der Oberaargletscher als Ursprung der Aare genannt wird, beginnt der Flusslauf am etwa 400 Meter tiefer gelegenen Unteraargletscher, wo der deutlich grössere Quellast zu Tage tritt.

gletscherfront_unteraargletscher_gletschertor_aare

Im ewigen Dunkel verborgen, haben die Schmelzwässer bereits ein wahres Labyrinth aus Gletschermühlen, Spalten und Felsrinnen durchquert

Aus hydrologischer Sicht nimmt am Gletschertor sogar der drittgrösste Fluss Europas seinen Anfang, da die Aare bis zur Nordsee stets der wasserreichste Hauptstrang bleibt – selbst dort, wo sie auf den Hochrhein trifft.

sekundär-gletschertor_aare_unrteraargletscher_september-2015_2

Etwas flussabwärts klafft es ein weiteres Gletschertor in der Eisfront

aare_gletschervorfeld_unteraargletscher2

Die milchige Farbe des Wassers rührt von winzigen mitgeführten Gesteinspartikeln her, welche durch die Reibung zwischen Gletscher und Fels entstehen

aare_gletschervorfeld_unteraargletscher

Im obersten Haslital beginnt die lange Reise zur Nordsee

gletscherweib_unteraargletscher

Das Gletscherweib als Mahnmal zum Schutz der Grimselwelt

arvenwald_grimselsee

Wo einst das Eis regierte, kehrt langsam das Leben zurück

Grimselsee

aare_delta_grimselsee

Am Grimselsee endet die Freiheit der jungen Aare. Das meiste Wasser gelangt schliesslich in ein kompliziertes Stollensystem, das von mehreren Kraftwerkszentralen genutzt wird

grimselstausee

Blick über den rund acht Kilometer langen Grimselsee

Der künstlich angelegte Stausee wird seit 1932 von den Kraftwerken Oberhasli (KWO) zur Stromproduktion genutzt. Die Nutzung der Wasserkraft bietet sich hier besonders an, gehört doch das Grimselgebiet zu den niederschlagsreichsten Regionen der Alpen.

bachbett_oberaarbach_grimselsee

Am südlichen Ufer stösst die ausgetrocknete Klamm des Oberaarbachs zum See. Seit 1953 wird der zweite Quellast der Aare im höher gelegenen Oberaarstausee gefasst, wo auch er in Stollen und Druckleitungen verschwindet

Erhöhung der Grimselstaumauern

Die KWO plant seit geraumer Zeit eine Erhöhung der Grimselstaumauern um 23 Meter. Damit könnte im Sommer ein überschüssiges Wasserdargebot aufgefangen werden, um dieses während des übrigen Jahres besser zu nutzen.

grimselsee_staumauer_spitallamm2

Mit einer Erhöhung der Staumauer liesse sich das Volumen des Sees um satte 75% erhöhen. Das Vorhaben ist jedoch umstritten, weil dadurch wertvolle Moorgebiete überflutet würden

Zur Zeit wird das 300-Millionen-Projekt von der KWO nicht umgesetzt, da grössere Investitionen in die Wasserkraft unrentabel sind – zumindest vorläufig.

Ferner wurde das Ausbauvorhaben im Dezember 2015 per Entscheid des bernischen Verwaltungsgerichts blockiert, welches dem verfassungsmässigen Moorschutz Rechnung trägt. Das Urteil ist jedoch nicht rechtskräftig und kann von der KWO zum Bundesgericht weitergezogen werden.

hochmoor_grimselsee

Die Grimselwelt beherbergt wunderschöne Hochmoore, die von unzähligen, aus den Felsen hervortretenden Rinnsalen gespeist werden

frosch_grimselsee

Die Tümpel werden selbst in dieser Höhe von Amphibien bewohnt

schmalblättriges-weideröschen_grimselsee-nordufer_mederlouwenen-berrenlammi

Ein schmalblättriges Weidenröschen als Farbtupfer in der kargen Gebirgslandschaft

pfad_grimselsee

Ein malerischer Pfad folgt dem nördlichen Seeufer

grimselsee_nordrand

Arven gehören zur Grimselwelt wie das Wasser zur Aare

bächlibach_wasserfall_grimselsee

Der aus dem Nachbartal stammende Bächlibach wurde ab 1953 in einem Stollen ins obere Haslital umgeleitet. Als eindrückliche Kaskade stürzt er nun über die Talflanke zum Stausee hinab

grimsel-hospitz

Zeitgleich mit der Talsperre wurde das gegenwärtige Grimsel Hospiz auf dem Spittalnollen – einer riesigen Felserhebung – errichtet. Es ersetzte das seit dem Mittelalter bestehende Hospiz, das ab 1932 in den Fluten des Stausees verschwand

grimsel_hospitz

Das Grimsel Hospiz wirkt von aussen wie eine Trutzburg im Hochgebirge, ist aber tatsächich ein  Viersterne-Hotel

grimselsee_talflanken

Die rundgeschliffenen Felsen zeugen von der einstigen Macht des Aaregletschers, der in der letzten Kaltzeit bis ins schweizerische Mittelland reichte. Damals war das Haslital randvoll mit Eis gefüllt

Talsperre am Grimselsee

Die Talsperre am Ende des Sees besteht aus zwei Staumauern, die jeweils eine Talhälfte zum Spitalnollen hin abschliessen. Beide Mauern wurden im Jahr 1932 fertiggestellt.

grimselsee_staumauer_spitallamm

Die Bogengewichtstaumauer an der Spitallamm. Der alte Begriff Lamm bezeichnet einen engen Felsdurchpass, der von einem Bach oder Fluss benutzt bzw. geformt wurde

staumauer_grimsel2

Weniger elegant präsentiert sich die Gewichtsstaumauer am Seuferegg. Sie bildet den zweiten Teil der Talsperre

Literatur

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.