Selhofen Zopfen im Wandel – Bauarbeiten 2014/2015

Die folgende Bilderstrecke ist Teil der Artikelreihe „Selhofen Zopfen im Wandel“.

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Abb. 1: Bauarbeiten am Aareufer im November 2014

Was wurde gemacht?

  • Verlegung des neuen Aaredamms weiter landeinwärts
  • Rückbau des alten Damms und der Ufersicherungen
  • Verstärkung des Damms Auguetbrücke –  Selhofen Zopfen
  • Verlegung Giessenlauf und Errichtung Giessendamm
  • Sanierung der Grundwasserfassung Selhofen

Wann?

Die Bauarbeiten fanden hauptsächlich vom April 2014 bis Ende 2015 statt.

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Abb. 2: Verstärkung des Aaredamms zwischen Auguetbrücke und Selhofen Zopfen. Im Hintergrund wird die Grundwasserfassung saniert

Holzschlag

Damit schweres Gerät zum Fluss gelangen konnte, mussten provisorische Zufahrtswege und Baupisten errichtet werden. Auch der neue Damm sowie der begleitende Giessenlauf benötigten Platz, weshalb Rodungen unvermeidbar waren.

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Abb. 3: Die meisten Rodungen fanden entlang der Dämme statt, wo auch die Baupisten (braun) verliefen


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Abb. 4: Revitalisierungen sind ohne Eingriffe in die bestehende Flusslandschaft undenkbar. Foto: Hansueli Trachsel


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Abb. 5: Eine apokalyptisch anmutende Szenerie im November 2014. Das kahle Flussufer offenbart einen erstaunlich filigranen Aaredamm (rechts neben dem Giessenlauf)


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Abb. 6: Holzschlag auf dem alten Damm. Foto: H. Trachsel


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Abb. 7: Ungewohnter Blick über das nun baumlose Ufer zu den Westalpen

Bei den oben gezeigten Bildern ist zu bedenken, dass ein Teil der Waldfläche wieder zurückkehren wird. Nach den Bauarbeiten wurden Rodungsflächen neu bestockt und im Flussbett ist mit der Entstehung einer Weichholzaue zu rechnen.

Neuer Aaredamm

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Abb. 8: Übersicht zum linken Aaredamm

Um der Aare mehr Raum zu geben, wurde der neue Damm weiter landeinwärts verlegt. Damit der Hochwasserschutz gewährleistet blieb, geschah dies vor dem Rückbau des alten Damms und der Ufersicherungen.

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Abb. 9: Bauarbeiten im September 2014. Foto: H. Trachsel

Abb. 9: Der neue Damm bietet mehr Schutz vor ausserordentlichen Hochwassern, wie sie seit 1999 gleich mehrmals auftraten. Auch der verbleibende Damm zwischen Auguetbrücke und Selhofen Zopfen wurde entsprechend verstärkt.

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Abb. 10: Besucherinnen erkunden am Tag der offenen Baustelle den neuen Damm

Abb. 10: Die dunkle Dammoberfläche besteht aus aufgebrachter Walderde, die anschliessend mit standorttypischem Buschwerk bestockt wurde. Beim hellen Bereich wechselt der Damm in eine Südlage, wo andere Erde und Pflanzen gewählt wurden.

Flussbett

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Abb. 11: Es darf mit Spannung erwartet werden, wie die Aare ihren neuen Raum gestalten wird


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Abb. 12: Besichtigung des neuen Flussbetts am Tag der offenen Baustelle


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Abb. 13: Mit Initialbaggerungen wurden Uferbereiche angerissen, um der Strömung zusätzliche Angriffspunkte zu bieten. Auf diese Weise soll die Verbreiterung des Flusses gefördert werden

Giessen

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Abb. 14: Der ehemalige Giessen verlief hinter dem alten Aaredamm zur Gürbe. Da man den Bachlauf erhalten wollte, wurde dieser gemeinsam mit dem neuen Aaredamm landeinwärts verlegt

Giessen sind typische Begleiterscheinungen grösserer Flüsse. Sie werden in erster Linie durch Grundwasseraufstösse gespeist und verlaufen als Bäche durch Auenwälder und Feuchtgebiete. Dabei nutzen sie meist seitliche Altläufe eines Flusses.

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Abb. 15: Der Belper Giessen mündet am Selhofen Zopfen in die Gürbe. Er wird durch unterirdische Zuflüsse des Belpbergs, aber auch von Grundwasseraufstössen der Aare gespeist


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Abb. 16: Abgestellter Giessenlauf im Dezember 2014. Zu diesem Zeitpunkt war der neue Bachlauf bereits aktiv

Abb. 16: Bevor der Giessen ins neue Bett umgeleitet werden konnte, musste zuerst der alte Bachlauf abgefischt werden. Insgesamt wurden 2800 (!) Fische aus zehn verschiedenen Arten umgesiedelt.

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Abb. 17: Eingebrachte Wurzelstöcke verleihen dem Bachlauf Struktur und dienen beispielsweise Fischen als Versteck


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Abb. 18: Vereinigung der hochgehenden Gürbe (rechts) und dem Giessen. Beide Gewässer münden nach wenigen hundert Metern in die Aare

Wenn die Gürbe Hochwasser führt, wird der einmündende Giessen zurückgestaut, was zu Überschwemmungen der nahen Grundwasserfassung führen kann. Aus diesem Grund wurde auch für den Giessen ein kleiner Damm gebaut (im Bild oben nicht sichtbar).

Umzug der Biberfamilie

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Abb. 19: Die jüngsten Mitglieder der Selhofer Biberfamilie. Foto: Christof Angst, Biberfachstelle

Der Zopfen wird seit geraumer Zeit von einer Biberfamilie bewohnt. Durch die Umleitung des Giessen wurden die dort befindlich Biberburgen unbewohnbar, weshalb vorgängig Kunstbauten angelegt wurden, um den Nagern eine Zuflucht zu bieten.

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Abb. 20: Errichtung eines künstlichen Biberbaus im Juni 2014. Foto: H. Trachsel

Abb. 20: Die Errichtung der Kunstbauten geschah unter der Projektleitung der Aktion „Hallo Biber!“ von Pro Natura. Als Berater stand Christof Angst von der Biberfachstelle des Bundes zur Seite. Die Aktion wurde ausschliesslich durch den Ökofonds der Kraftwerksbetreiberin Energie Wasser Bern (EWB) finanziert.

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Abb. 21: Mit ausgelegten Äpfeln und Weidenästen wurden die Tiere erfolgreich zu ihren neuen Behausungen gelockt. Hier beginnt ein Biber mit der Innenausstattung des Kunstbaus. Fotos: C. Angst, Biberfachstelle

Mehr zum Thema Biber:

Biberfachstelle des Bundes

Aktion Hallo Biber!

Lenkbuhnen

Drei neue Lenkbuhnen leiten die Strömung zum linken Flussufer, damit die Aare selbstständig ihr neues Bett erweitern kann. Zusätzlich werden die stark angeströmten Ufersicherungen auf der rechten Aareseite entlastet.

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Abb. 22: Ungefähre Lage der neuen Lenkbuhnen


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Abb. 23: Eine Lenkbuhne bestehet aus grossen Natursteinen, die reihenförmig in die Flusssohle eingebracht werden. Die Querwerke ähneln zwar Schwellen, ragen jedoch nur wenige Zentimeter aus der Sohle


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Abb. 24: Von oben ist der abgelenkte Stromzug gut zu erkennen


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Abb. 25: Einbau der Lenkbuhnen Ende Januar 2015. Die Arbeiten im Sohlenbereich erfolgten bei Niedrigwasser. Foto: H. Trachsel


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Abb. 26: Jeder der eingebrachten Steinblöcke bringt fünf bis acht Tonnen auf die Waage. Foto: H. Trachsel

Uferweg 

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Abb. 27: Ein letzter Rundgang im aufgeweiteten Flussbett


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Abb. 28: Auch der neue Uferweg verläuft auf der Dammkrone

Alle Bereiche jenseits des Uferwegs sind nun einzig der Natur vorbehalten und dürfen nicht mehr betreten werden. Dies ist sicher zu begrüssen, denn es gibt nur noch wenige Uferbereiche, wo sich Tiere und Pflanzen ungestört entwickeln können.

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Abb. 29: Nach Abschluss der Bauarbeiten übernimmt wieder die Natur das Szepter

Der folgende Artikel zeigt erste Veränderungen nach den Eingriffen:

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Literatur

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